Eröffnung der weihnachtlichen Gänsemärkte
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Wermsdorfer Gänsemarkt 2019 – 1. November bis 22. Dezember

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Der Brauch des Martinsgansessens
St. Martin und die Gans

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So mancher freut sich jedes Jahr aufs Neue auf diesen Tag. Woher dieser Brauch kommt, weiß allerdings kaum noch jemand.

Es wird seit jeher viel darüber diskutiert. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass in der Zeit des Lehnswesens (10. Jahrhundert – bis ca. 1250) eine am Martinstag fällige Lehnspflicht namens Martinsschoß den Brauch begründet.

Früher konnten Steuern auch in Form von Materialien bezahlt werden. Dazu gehörten die Gänse. Der 11. November, an dem das Martinsfest gefeiert wird, beendet die Erntezeit und läutet die winterliche Zeit ein. In Mitteleuropa ist der Tag mit zahlreichen Bräuchen wie dem Martinsgansessen, dem Martinszug und dem Martinssingen geprägt. Das Fest ähnelt, nach früherer Bedeutung, der Fastnacht und zelebriert den letzten Abend vor der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten.

Einer Legende nach drängte das Volk von Tours darauf, Martin zum Bischof zu wählen. Da dieser jedoch bescheiden lebte, fühlte er sich unwürdig für diese Verantwortung und versteckte sich im Gänsestall. Die Tiere verrieten ihn durch ihr Geschnatter und so konnte er zum Bischof geweiht werden.

Einladung zur Martinsgans:

Wann der heilge Sankt Martin
Will der Bischof sehr entfliehn,
Sitzt er in dem Gänsestall,
Niemand findt ihn überall,
Bis der Gänse groß Geschrei
Seine Sucher ruft herbei.
Nun dieweil das Gickgackslied
Diesen heilgen Mann verriet,
Dafür tut am Martinstag
Man den Gänsen diese Plag,
Daß ein strenges Todesrecht
Gehn muß über ihr Geschlecht.
Drum wir billig halten auch
Diesen alten Martinsbrauch,
Laden fein zu diesem Fest
Unsre allerliebste Gäst
Auf die Martinsgänslein ein
Bei Musik und kühlem Wein.

Autor: Simon Dach (1605-1659)


Riverboat – MDR – 17.11.2017
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